Die Wurzeln des Vereins…

Ich trug meinen Sohn sofort nach der Geburt, ungefähr 5 Monate später wollte ich ihn gerne auf dem Rücken tragen, kam aber alleine nicht zurecht.

Also suchte ich eine Trageberatung, fand auch schnell einen Verein, nicht weit von mir entfernt.

Dort angekommen war ich erschreckt, eine der Kursleiterinnen wusste weit weniger als ich, zeigte unsichere Trageweisen, teilweise gefährlich für Eltern und Kinder, die Babys saßen schlecht in den Tüchern, etc.

Die Tatsache, dass ein Kurs so schlechter Qualität bezahlt werden sollte, schockte mich noch mehr!

Ich entschied mich also für eine eigene Weiterbildung bei Peau à Peau um Trageberaterin zu werden, und ich beschloss gleichzeitig die Trageberatungen künftig gratis zu geben, wohlwissend, dass die Eltern, die genügend Mittel besaßen, eine andere Trageberatung bei einer Kollegin fänden.

Es schien mir wichtig, dass alle Eltern, einschließlich derer, die finanziell nicht so gut gestellt waren, das korrekte Tragen ihrer Kinder lernen konnten.

In den Mütterzentren traf ich Eltern für die selbst der Kauf eines Tuches eine Investition außerhalb ihrer Möglichkeiten war. Das ärgerte mich!!!

Eines Tages traf ich in einem „Grünen Haus“ (Einrichtungen für Kinder und deren Eltern, nach einer Idee von Francoise Dolto)eine junge Mutter, zu der ich oft mit meinem Sohn zum Spielen ging. Diese Bekanntschaft war entscheidend für mich.

Die junge Mutter kam aus Indien zurück, hatte sich gerade von ihrem Mann getrennt, der sie seit der Geburt des gemeinsamen Kindes schlug.

Sie befand sich in einer prekären Situation mit ihrer 10 Monate alten Tochter, das Baby verlangte nach ständigem Körperkontakt, die Mutter trug es, so oft es ihr möglich war, im Tragetuch, war aber durch eine alte Verletzung am Rücken sehr gehandicapt.

Ich lud sie zu mir ein, zeigte ihr mehrere verschieden Tragetechniken, aber nichts schien die Rückenschmerzen lindern zu können.

Wir versuchten es mit einer ergonomischen Babytragehilfe und Oh Wunder, es half, sie hatte keine Schmerzen mehr.

Nach einiger Zeit, in der sie die Tragehilfe im Alltag testen konnte, und die Schmerzen dauerhaft wegblieben, schenkte ich ihr ein Modell, welches ich von einer amerikanischen Herstellerin für eine Übersetzung erhalten hatte.

Diese Tragehilfe begleitete die Beiden auf ihrem schweren Weg, beruhigte und „hielt“ das Baby, welches nach wie vor ein sehr großes Nähebedürfnis hatte.

Ich war einerseits glücklich für die beiden, aber es wuchs in mir der Gedanke, dass viele andere solcher Situationen existierten, wo eine Tragehife, ein Tragetuch, alles ändern könnte.

Und da begann die Idee dieses Vereins zu keimen, …….Sie kennen die Fortsetzung !!!

Marianne

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